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Samstag, 8. April 2017

Trigger Warning

Den Kurzgeschichten Versuch bei Neil Gaiman hatte ich schon vor einigen Jahren hinter mit. Jetzt habe ich nochmal dazu gegriffen, denn ich musste es einfach nochmals versuchen. Immerhin ist mein Plan doch von einem meiner Lieblingsautoren alles gelesen zu haben was der Markt hergibt. Darum habe ich mir jetzt "Trigger Warnings" geschnappt und mich nochmals an die Kurzgeschichten gewagt. Mitunter auch, weil die Diskussionen über Trigger Warnings in den sozialen Medien gerade irgendwie durch die Decke zu gehen scheint.


Mit "Trigger Warning" macht man sich auf eine Reise durch unzählige Kurzgeschichten zwischen wenigen Seiten bis hin ein paar Kapiteln. Allesamt skurill, abgedreht und nicht vorhersehbar in ihren Enden.

Dazu gibt es eine Einführung, die es in sich hat - denn hier redet Neil Gaiman selbst zu Trigger Warnings und das trifft es (meiner Meinung nach) ganz besonders auf den Kopf.


Wer Neil Gaiman (einen meiner persönlichen Meister) kennt, der weiß, dass er hier mit Skurillitäten, sehr crazy Geschichten und unvorhersehbaren Wendungen rechnen muss. Ganz egal ob in seinen Romanen oder in den Kurzgeschichten. Doch Kurzgeschichten zu lesen ist nochmal etwas ganz anderes als Romane. Hier hat wie es scheint jedes Wort Bedeutung und sollte nicht zu leicht genommen werden. Denn irgendein Funke wird dahinter stecken. Doch trotzdem weiß man nie, was einem zum Ende hin erwartet.

Kurzgeschichten sind allerdings nicht immer meine Sache - so viel muss ich eingestehen. Denn manche Arten, solche die fast schon an Poesie grenzen, sind einfach gar nicht mein Geschmack. Doch zum Glück kann man sich bei Kurzgeschichten immer darauf freuen, dass sie erstens schnell vorbei sind und zweitens die nächste hoffentlich wieder besser ist.

Trotzdem habe ich einige gefunden, die mich wirklich beeindruckt haben. Zum einen The Thing About Cassandra, Orange und Feminine Ending (wie creapy kann ein Liebesbrief eigentlich sein!) und natürlich die an "American Gods" angelegte Kurzgeschichte Black Dog.

Doch warum heißt dieses Buch überhaupt Trigger Warning? Genau aus dem Grund, weil man wenn man möchte auf jeder der Geschichten eine Trigger Warning setzen könnte. Ganz egal ob für Geister, Blut, Tentakel oder andere Dinge.
Momentan ist die Diskussion über Trigger Warnings in den sozialen Medien - insbesondere Instagram und Twitter - ja ganz schlimm. Bei allem was gepostet wird muss man sich fast schon auf einen Shitstorm bereit machen, weil irgendjemand - ja ich überspitze jetzt ganz extrem - könnte sich ja an der Darstellung eines schwarzen Hundes zum Beispiel schon den Kopf stoßen. Doch wie Neil Gaiman so schön in der Introduction beschreibt - dann müsste man wahrscheinlich überall und für alles Trigger Warnings draufkleben. Denn man kann nie wissen, was ein Trigger für alle Personen sein kann!
Zudem machen doch genau diese Konfrontationen - gerade im Literatur Bereich - mit Dingen die uns Angst machen oder herausfordern doch unsere Persönlichkeit aus. Unsere Entwicklung ist davon bestimmt, Konfrontationen und unterschiedliche Situationen zu meistern. Wo würden wir hin kommen, wenn wir vor allem schon zuvor gewarnt werden würden? Wahrscheinlich würden wir manche Dinge gar nicht in Angriff nehmen, weil wir damit vielleicht ein Problem hätten (oder auch nicht - wir würden es nie wissen, weil wir es nicht versucht haben).

Mir ist durchwegs klar, dass es bei Trigger Warnings sehr viel um den Umgang mit Minderheiten oder Krankheiten geht. Klar, das ist nicht einfach. Aber irgendwie sollten wir einfach ein klein wenig toleranter zueinander werden, uns gegenseitig unterstützen anstatt sofort überall Shitstorms loszutreten. Wen etwas anstößiges entdeckt wird, kann man denjenigen doch auch freundlich darauf hinweisen anstatt sofort eine Hetzjagd gegen Poster anzustacheln. Genau das ist doch mitunter ein Trigger, warum viele sich schon gar nicht mehr trauen ihre Meinung zu sagen - immerhin könnte man damit ja jemanden beleidigen.

Gerade die Einführung von Neil Gaiman ist in meinen Augen genau die richtige Einstellung! Offener zu sein, sich nicht von Trigger Warnings das Leben bestimmen lassen! Ein bisschen mehr die Toleranz, mehr respektvolles miteinander statt gegeneinander und wir würden alle ein wesentlich leichteres Leben führen.

In dem Sinne - lest einfach alle mal auf jeden Fall die Introduction in diesem Buch. Wer Lust auf Kurzgeschichten der unterschiedlichsten Art hat, darf sich dann gerne noch dem Rest widmen. Aber ich habe euch gewarnt, ihr werdet mitunter auch unschöne Dinge zu lesen bekommen. Nur damit nachher keiner sagen kann, ich hätte das unter den Teppich gekehrt. ;)



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